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„CROSS BORDER“ – touristische Profilierung als gemeinsame GENUSS-REGION

„CROSS BORDER“ – touristische Profilierung als gemeinsame GENUSS-REGION

Interessante regionale Produkte von lokalen Herstellern, dazu engagierte Gastronomen, die traditionelle Kochkunst gekonnt weiterentwickeln – die kulinarischen Angebote und Veranstaltungen Schleswig-Holsteins und Dänemarks bieten viel Potenzial für eine erfolgreiche Vermarktung im nachhaltigen Tourismus. Wie können wir diese Pluspunkte optimal nutzen? Wie machen es Andere?

Mit dem „Best Practice Katalog“ haben wir einen Blick hinter die Kulissen von 10 erfolgreichen Food Netzwerken geworfen: Was macht ihren Erfolg aus? Welche Finanzierungsmodelle stehen dahinter? Wie optimieren sie die Kooperation und den Wissenstransfer zwischen Produzenten und Gastronomen? Wie sieht ihre interne und externe Kommunikation aus und wie gestalten sie ihr (touristisches) Marketing?

Der „Best Practice Katalog“ gibt darüber hinaus einen Überblick zu wichtigen Akteuren und Netzwerken der TOUR-BO Projektregionen, die in zukünftige Kooperationen eingebunden werden können. Er zeigt anschaulich die Philosophie und Ziele der unterschiedlichen Protagonisten und analysiert ihre Struktur und Aktivitäten.
Rund um die Schätze und Besonderheiten der „Regionalen Küche“, zu Restaurants, Produkten und Produzenten gibt es viele spannende Geschichten zu erzählen. Damit eine erfolgreiche Profilierung und touristische Vermarktung der Projektregion als „grenzübergreifende Genussregion“ gelingt, sind jedoch Authentizität und regionale Verwurzelung wichtige Grundvoraussetzungen – das veranschaulichen die vorgestellten Netzwerke beispielhaft.

Der Katalog zeigt, dass sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten der deutschen und dänischen TOUR-BO Projektregionen attraktive Möglichkeiten bieten für eine erfolgreiche Vernetzung, touristische Inwertsetzung und Weiterentwicklung der regionalen Küche – natürlich „cross border“!

Der „Best-Practice-Katalog FOOD NETZWERKE“ ist auf der TOUR-BO-Homepage zu finden (Weitere Informationen geben Elisabeth Jacobs-Götze und Wolfgang Götze, Tel. +49 431 803544 oder tour-bo@feinheimisch.de).

Elisabeth Jacobs-Götze

Austausch in Präsenz und das „Madens Folkemøde“ auf Lolland-Falster!

Austausch in Präsenz und das „Madens Folkemøde“ auf Lolland-Falster!

In der Arbeitsgruppe 4, die sich mit Nahrungsmittel-Tourismus beschäftigt, haben im Herbst 2021 viele Aktivitäten stattgefunden. Die Partner haben sich am 23. September erneut zu einer intensiven Besprechung in Nysted getroffen. Hier wurden eine Reihe von Fragen und Herausforderungen, die mit der Umsetzung und Vermarktung der deutsch-dänischen Lebensmittelrouten zusammenhängen, sowie mögliche Lösungen besprochen.

Viele der Partner entschieden sich, noch bis zum nächsten Tag zu bleiben, an dem das „Madens Folkemøde“, Dänemarks größtes Forum für Besprechungen und Gespräche über das Essen, auf dem Gut Engestofte stattfinden sollte. Die Veranstaltung fand dort zum zweiten Mal statt. Die zwei Tage, an denen über 8000 Menschen zusammenkamen, waren geprägt von Diskussionen, Erlebnissen und Engagement für das, was wir essen und in Zukunft essen werden, sowie vielen interessanten Begegnungen.

Carina Woollhead, Guldborgsund Kommune

Es war einmal ein Storytelling Webinar… Die Geschichten hinter guten Geschichten

Es war einmal ein Storytelling Webinar… Die Geschichten hinter guten Geschichten

Was ist eigentlich die Geschichte hinter guten Geschichten? Gute Geschichten? Von denen haben wir bei TOUR-BO jede Menge. Doch wie gelingt es uns, sie zu erzählen? Dafür sind wir am 22.06.2021 digital zusammengekommen. Unser gemeinsames Workshop-Ziel? Der Aufbau eines Storytelling Werkzeugkastens.

Wie jede gute Geschichte hat auch die Geschichte von nachhaltigem Storytelling eine Heldin: den erzählenswerten Inhalt. Ob eine besondere Unterkunft, ein komplexes Ökosystem, eine Region mit besonderer Historie, ein Rezept, Handwerkskunst oder alte Traditionen. Helden und Heldinnen der Nachhaltigkeit, der Innovation und des Bewahrens, der Solidarität, des Überlieferns, des Anpackens, Mitmachens.

Unsere Heldin befindet sich jedoch in einer verzwickten Situation. Sie will der Welt von sich erzählen. Sie möchte auf sich aufmerksam machen, will mit anderen ins Gespräch kommen. Doch wie stellt sie das am besten an? Und wie widersteht sie der Verlockung unseres Bösewichts, der auf den Namen Greenwashing hört? Unsere Heldin ist verzweifelt. Immer wieder flüstert ihr Greenwashing ins Ohr und versucht, sie mit oberflächlichen Bildern, Botschaften, Wörtern und Slogans zu verführen. Doch plötzlich, unsere Heldin war kurz davor einzuknicken, flatterte der TOUR-BO Newsletter in ihr Postfach. Wenige Klicks später saß sie im nachhaltigen Storytelling Workshop, den TOUR-BO gemeinsam mit TUTAKA Island organisiert hatte. In wenigen Stunden erfuhr sie, welche Werkzeuge ihr bei der Vermittlung ihrer Inhalte weiterhelfen. Da ist zum Beispiel die Übung Clichéing, bei der Klischees zu einem bestimmten Thema zunächst zusammengetragen und dann in Forschungsfragen verändert werden. Ein Beispiel? Im Norden kann man nur langweilige Sachen machen. So wie Angeln oder Vögel beobachten. Die Forschungsfrage: Was wäre, wenn Pippi Langstrumpf die Aktivitäten in der TOUR-BO Region bestimmen dürfte? Kopf und Herz unserer Heldin glühen. So viele gute Kommunikationsansätze kommen ihr in den Sinn. Nachhaltigkeit, das sei kein Schwarz und Weiß und auch kein Grün. Das sei ein positiver Beitrag zu einem Blumenstrauß an Zielen. Dabei geht es nicht um Öko und Verzichten, sondern um Mehrwerte wie Wohlbefinden, Gemeinschaft und berührende Erlebnisse. Unsere Heldin macht sich an die Arbeit und wird ihre Geschichten zu Nature Experience und Culinary Delights in den nächsten TOUR-BO Newslettern präsentieren.

Franziska Altenrath, Maren Fokuhl, Charlotte Opatz

Website: https://tutaka.com

Drei Monate TOUR-BO miterleben: Ein Rückblick

Drei Monate TOUR-BO miterleben: Ein Rückblick

Auf die Frage, was INTERREG ausmacht, liegen Assoziationen wie enger Austausch, persönliche Begegnung und intensive Netzwerkarbeit nahe. Allerdings verschärft sich im Laufe meiner Praktikumszeit die Covid-19-Pandemie erneut, wodurch sich Social Distancing, Lockdown und touristischer Stillstand in den Vordergrund zu drängen drohen. Doch TOUR-BO trotzt Corona: Mithilfe zahlreicher Zoom-Meetings, verschiedener Webinare und virtuellen Veranstaltungsformaten erhalte ich einen Einblick in die vielfältigen Themenbereiche der verschiedenen Arbeitspakete, die das TOUR-BO-Projekt ausmachen. Vor diesem Hintergrund eröffnet sich mir die Chance, nicht nur TOUR-BO an sich kennenzulernen, sondern auch, wie man ein Projekt durch schwierige Zeiten und unvorhersehbare Situationen manövriert. Konkret bedeutet dies, alternative Lösungen zu entwickeln, flexibel zu bleiben und mit Unsicherheiten zu planen, ohne den Optimismus aus den Augen zu verlieren. Mir persönlich helfen dabei die Gespräche über die Grenze hinweg, die zwar auf Distanz, aber keineswegs distanziert sind: Von Beginn an darf ich Teil jeglicher Projektabläufe sein und einzelne Projektbausteine mitgestalten. Auch wenn die drei Monate Praktikum wie im Fluge vergangen sind und ich mich nun von TOUR-BO verabschieden muss, bleibt der Projektverlauf in meinem Blickfeld. Gespannt sehe ich der finalen Umsetzung von bereits initiierten Konzepten entgegen, die es in Zukunft zu erleben gibt – und das hoffentlich vor Ort, in Farbe und zum Anfassen.

Camilla Sina Carstens, WFA Kreis Plön

Neue Analyse liefert die Grundlage für die Entwicklung eines nachhaltigen Genusstourismus

Neue Analyse liefert die Grundlage für die Entwicklung eines nachhaltigen Genusstourismus

Die Produzenten sind die Grundlage im Ökosystem.

Ohne lokale Lebensmittelproduzenten gibt es keinen Genusstourismus. Wenn das gesamte Ökosystem auf dasselbe Ziel hin arbeitet, kann das als Katalysator wirken. Das heißt, dass die Akteure gegenseitig ihre ”Marke” vermarkten und verstärken. Gleichzeitig führen die Erfahrungen zu vermehrter Innovation und Kreativität. Das bedeutet neue Produkte und Kooperationen.
Es ist wichtig, die kleineren lokalen Produzenten und deren Werte zu verstehen. Sie benötigen mehr als einfach nur Hilfe zur Erreichung größenbedingter Kostenvorteile und Entwicklung von Investitionsplänen; viele Produzenten benötigen nämlich Unterstützung bei ihrer handwerklichen Spezialisierung und dabei, ihre Produkte via Homepages/Websites oder sozialen Medien direkt an ihre Kunden zu vermitteln.
Kurzfristig wird ein stärkerer Schwerpunkt auf kleinere Events sowie auf die lokale Rohware als Kern der Vermarktung empfohlen.

Steigende Nachfrage nach Nachhaltigkeit

Die Akteure berichten von steigendem Interesse an und Nachfrage nach Nachhaltigkeit. Die eigenen Studien der Tourismusbranche zu Dänemark und den Nachbarländern weisen auch auf einen steigenden Anteil „grüner Idealisten“ hin, die sich dadurch auszeichnen, dass sie:
• auf die Menge der ökologischen Lebensmittel am Urlaubsort fokussieren
• weniger Flugreisen erwarten
• am Urlaubsort die Initiativen wertschätzen, die die Umwelt schützen.
Die Studien weisen auch darauf hin, dass dieses Gäste-Segment auf 24 Stunden gerechnet mehr Geld vor Ort ausgibt und häufiger auswärts isst.

Gute Potenziale für lokale Lebensmittelproduzenten

Die Studie zeigt, dass die Produzenten in vielen Fällen bei ihrer Produktion an Nachhaltigkeit arbeiten oder darüber nachdenken. Es liegt ein gewisses Potenzial darin, die bereits bestehenden Maßnahmen besser zu vermarkten. Auf der Grundlage der Forschungsliteratur wurden vier Dimensionen des Nachhaltigkeitsbegriffs aufgestellt:
1) Ökologisch
2) Ökonomisch
3) Sozial
4) Persönliche Werte
Lokale Lebensmittelproduzenten können in allen vier Dimensionen zur Nachhaltigkeit beitragen. Es führt jedoch kein einfacher Weg zur Nachhaltigkeit. Es gibt Argumente, die sowohl für als auch gegen lokale Lebensmittel sprechen.

Die vollständige Analyse ist zu finden unter:
https://www.tour-bo.eu/wp-content/uploads/2020/12/TOUR-BO-Analyse-Lokale-Nahrungsmittel.pdf

Claus Lyngby Petersen, Lolland Kommune

Erste Schritte auf dem Weg zur Vermarktung kulinarischer Themen-Route

Erste Schritte auf dem Weg zur Vermarktung kulinarischer Themen-Route

Ein etabliertes dänisches Busreise-Unternehmen hat den Kontakt zu „FEINHEIMISCH – Genuss aus Schleswig-Holstein e.V.“ aufgenommen. Der Reiseveranstalter bietet schon jetzt kulinarische Trips innerhalb Dänemarks an. Nun möchte er den Schritt über die Grenze nach Schleswig-Holstein wagen.

FEINHEIMISCH sieht in der Anfrage eine Chance für das TOUR-BO Projekt, in Kooperation mit regionalen Produzenten und Restaurants ein konkretes Angebot mit der Tourismuswirtschaft zu realisieren. Der dänische Unternehmer möchte 10 mal pro Jahr eine fünftägige Rundreise anbieten. FEINHEIMISCH hat ein abwechslungsreiches Programm nach den Vorstellungen des Anbieters zusammengestellt. Nach Umfragen innerhalb des Vereins wollen sich 12 Hotel-/Gastronomiebetriebe und Lebensmittelproduzenten beteiligen. Darunter sind eine Destillerie, eine Brauerei, eine Meierei und drei landwirtschaftliche Betriebe mit unterschiedlichen Angeboten. Mit dabei sein wollen auch fünf Restaurants, übernachtet wird in einem mehrfach für seine Nachhaltigkeits-Konzepte ausgezeichneten Hotel. Der Programmvorschlag liegt dem Unternehmen vor als Grundlage für die weiteren Entscheidungen und Planungen. Nach Lockerung der Corona-bedingten Reisebeschränkungen könnte also schon bald eine kulinarische Rundreise für dänische Gäste durch Schleswig-Holstein angeboten werden.

Außerdem intensiviert AG 4.2. die Vorarbeiten zur grenzübergreifenden Kulinarischen Route „Regionale Küche“. In den kommenden Wochen erhalten die Lebensmittel-Netzwerke in der Projekt-Region ein Diskussionspapier mit zahlreichen wichtigen Fragestellungen und Vorschlägen. Die erhofften ersten Rückmeldungen sollen eingearbeitet werden. Anschließend sollen – hoffentlich ab April 2021 – in Netzwerktreffen endgültige Entscheidungen beispielsweise über den Teilnehmerkreis, eventuelle Teilnahme-Kriterien und Ausgestaltung der Routen getroffen werden. Ziel ist es, die Route „Regionale Küche“ bis April 2022 fertigzustellen und öffentlich zu präsentieren.

Wolfgang Götze und Elisabeth Jacobs-Götze, FEINHEIMISCH – Genuss aus Schleswig-Holstein e.V.

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Das TOUR-BO Projekt aus einer anderen Perspektive

Das TOUR-BO Projekt aus einer anderen Perspektive

Auf den ersten Blick ist alles ein wenig verwirrend. Viele Wörter fallen: Das Interreg 5a Programm, das TOUR-BO Projekt, viele Arbeitspakete mit ArbeitspaketleiterInnen von verschiedenen ProjektpartnerInnen und all die unterschiedlichen Funktionen, die jeder hat. Gefühltes Chaos. Erstmal eine MindMap erstellen, erstmal Anträge lesen und verstehen. Das große Fragezeichen hat mich in der ersten Phase begleitet, aber durch online Meetings wurde das Projekt von Woche zu Woche greifbarer und verständlicher. Und da hat sich direkt der erste Vorteil von online Meetings gezeigt: Man sieht stets und ständig die Namen zu der Person. Also als „Neuling“ eine sehr gute Möglichkeit, den Namen aus „Excel-Tabellen Gesichtern“ zuzuordnen. Mir fällt schnell positiv auf, den Stempel „die Praktikantin“ gibt es bei TOUR-BO nicht. Durch die Bank weg sind alle freundlich und offen und wo Unterstützung erforderlich ist, bekomme ich sie. Das Aufgabenfeld ist so vielseitig, wie die Arbeitsaktivitäten und Partner, die zusammenarbeiten. Das Schöne hierbei ist, dass nicht auf die zwischenmenschliche Ebene verzichtet wird. Dass die Partner beruflich erfolgreich agieren ist nach jahrelanger Kooperation kein Wunder, aber besonders schön war der Moment in einem Meeting als der Satz fiel: „Wenn ihr in der Gegend seid, kommt vorbei, wenn’s auch nur für Kaffee ist.“ Das zeigt mir, dass sich die Menschen in diesem Projekt nicht nur an den Output- Indikatoren und Zielvorgaben orientieren, sondern auch an dem gemeinsamen Weg und einer gelungenen Interaktion und Kooperation aller Beteiligten interessiert sind. Genauso sehe ich auch das Praktikum: Hier geht es nicht um ein Zertifikat oder eine Praktikumsbestätigung für den Praktikanten/ die Praktikantin. Es wurde auf meine Fähigkeiten und Erfahrungen eingegangen und Aufgaben erteilt, die nützlich für das Projekt sind und mir das Gefühl gegeben haben, trotz begrenzter dreimonatiger Anwesenheit, ein Teil dieses Projektes gewesen zu sein. Vielen Dank TOUR-BO!

Leonie Sudhop, WFA Kreis Plön

So kann ein Halt auf einer ”wilden” Essensroute aussehen

So kann ein Halt auf einer ”wilden” Essensroute aussehen

Mitte September wollten eine Freundin und ich gern Pilze sammeln gehen. Wir sind nicht besonders vertraut mit der Bestimmung von Pilzen und wollten deshalb eine geführte Pilzwanderung machen. Nach der Suche auf vielen verschiedenen Webseiten wurden wir schließlich fündig. Stefanie Dibbern ist eine patente Naturführerin, die in Flensburg zu Hause ist. Sie macht jedoch viele Führungen jenseits der dänischen Grenze – zumeist für deutsche Teilnehmer, obwohl alle teilnehmen können.

Am Sonnabend, dem 12. September, gab es eine spannende Pilzführung im Wald von Kelstrup gleich nördlich von Krusau.
Der Schwerpunkt waren Röhrenpilze, denn im Wald von Kelstrup wachsen die verschiedensten Pflanzenarten und damit auch viele unterschiedliche Arten von Röhrenpilzen.
Wir waren 12 Teilnehmer. Das war eine gute Gruppe, welche die Möglichkeit hatte, Abstand zu halten, Stefanies Erklärungen zu den verschiedenen Pilze zu hören und die Pilze zu betrachten, bevor sie von den eifrigen Sammlern geerntet wurden.

Der Schwerpunkt auf Röhrenpilze war eine gute Wahl. Man kann schnell feststellen, ob ein Pilz ein Röhrenpilz mit der samtartigen Unterseite anstelle von Lamellen ist. Es gibt zwar keine stark giftigen Röhrenpilze, jedoch sind einige nicht zum Verzehr geeignet.

Der Spätsommer in diesem Jahr war trocken gewesen, so dass der Pilzbestand nicht so groß war, doch wir sahen den gemeinen Steinpilz, Goldröhrling, Butterpilz, flockenstieligen Hexen-Röhrling, der sehr bunt ist und blau anläuft, wenn man ihn zerschneidet, und Karl Johan und Ziegenlippe.

Nachdem wir einige Stunden in der schönen Gegend gewandert waren, kamen wir an einer Zusammenstellung von Tischen und Bänken zusammen, wo Stefanie einen kleinen Gaskocher, eine Bratpfanne, etwas Öl, Salz und Pfeffer herausholte. Die Pilze wurden bei sehr hoher Temperatur gebraten und so wie Fleisch behandelt. Sie schmeckten hervorragend.
Wir sprachen über die Naturentnahmebestimmungen, dass man nicht mehr als einen ’Hut voll’ und nur das, was man vom Weg aus erreichen kann, sammeln soll, und die Wichtigkeit, dass man den Pilz nicht aus dem Boden reißt, sondern ihn abscheidet, dass man nicht diejenigen Pilze nimmt, die bereits zu alt zum Verzehr und eben wichtig für den weiteren Bestand der Pilzart an diesem Standort sind.

Dies ist ein wirklich gutes Beispiel dafür, was eine wilde Essensroute leisten kann.

Åse Ditlevsen Ferrão – Sønderborg Kommune

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Best Practice – Blicke hinter die Kulissen

Best Practice – Blicke hinter die Kulissen

Bei der Workshop-Exkursion der Arbeitspakete „Netzwerkaufbau“ und „Lebensmittelrouten“ am 7. und 8. September konnten 36 TeilnehmerInnen interessierte Blicke hinter die Kulissen von vier FEINHEIMISCH-Mitgliedern und sechs dänischen Betrieben werfen, die alle mit Lebensmitteln aus der Region arbeiten. Alle integrieren den Gedanken der Nachhaltigkeit in ihre Arbeit und sind Best Practice Beispiele für eine erfolgreiche Etablierung am Markt. Bei vielen Gemeinsamkeiten wurden dabei aber auch spezielle Unterschiede deutlich. An jeder Station stellten die UnternehmerInnen ihre individuellen Betriebskonzepte vor und berichteten über ihre Erfahrungen im täglichen Geschäft.

Den ersten Stopp in Schleswig-Holstein machten wir im Antik-Hof Bissee. Der Landgasthof mit Gästezimmern und Regional-Laden ist ein Beispiel für die Revitalisierung einer ländlichen, kleinen Gemeinde. Im Landgasthof Odins mit Hofladen, zwei Filialen in Museen und einer Event-Location lernten wir die strikte Ausrichtung auf handwerkliche Produktion regionaler Produkte und kulinarische Kulturgeschichte kennen. Weiter ging es zur Hofkäserei Backensholz als Beispiel für umfassende Umstellung auf ökologische Landwirtschaft mit Restaurant und Kindergarten.

Auf dänischer Seite erlebten wir im Hotel Alsik, wie regionale Produkte und Nachhaltigkeit auch bei internationaler Ausrichtung eingesetzt werden können. Ebenfalls wurde in Sonderburg deutlich, wie regionale Produkte im Restaurant Torve-Hallen und in der Iskonditoriet zur Revitalisierung eines städtischen Umfelds beitragen können. In der Ryesminde Mosterei wurde uns gezeigt, wie die Produktion von Fruchtsäften mit dem Erhalt historischer Apfelsorten einhergeht. In den beiden Hotels Baltic und Benniksgaard konnten wir erleben, wie regionale Produkte zu der Profilbildung von kleinen touristischen Destinationen beitragen. Zurück in Schleswig-Holstein wurde ein Weg aufgezeigt, wie die Produktion exotischer Meeresfrüchte –Fördegarnelen – auf nachhaltige Art und Weise gelingen kann.

Einstimmiges Résumé der TeilnehmerInnen lautet nach vielen lebendigen Diskussionen: Dieses Veranstaltungsformat führt zu einem erheblichem Wissenstransfer, gibt Impulse für die Praxis und fördert Kommunikation über die Grenzen hinweg – weit besser als relativ theoretisch orientierte, konventionelle Schulungs-Workshops.

Elisabeth Jacobs-Götze und Wolfgang Götze, FEINHEIMISCH – Genuss aus Schleswig-Holstein e.V.

Planung und Zusammenarbeit während einer Pandemie ist ein neuer und bisher unerforschter Bereich

Planung und Zusammenarbeit während einer Pandemie ist ein neuer und bisher unerforschter Bereich

Zum Glück haben wir es gerade noch geschafft uns persönlich zu treffen, wenige Tage bevor Dänemark die Grenzen geschlossen hat. Dies geschah sehr symbolisch an einem Freitag den 13. Wir hatten Glück, weil wir es geschafft hatten, eine Reihe von Initiativen zu vereinbaren, die im Laufe von 2020 durchzuführen sind.

Viele der geplanten Veranstaltungen mussten natürlich entfallen, was das Vorwärtskommen des Projektes beeinträchtigte.

Glücklicherweise hat die digitale Verbindung es ermöglicht, das zu besprechen, was in der Zeit persönlich nicht möglich war. Wir mussten uns alle an die langen Online-Sitzungen gewöhnen, aber nach und nach gehörten auch sie zum Alltag. Mittlerweile fällt es uns schon viel leichter, uns online zu verabreden, um Themen zu besprechen und Details zu klären. Das Bild zeigt unsere Planungssitzung aus der Guldborgsund Kommune, bei der wir besprechen, wie wir die Arbeitsaufgaben während der Corona-Zeit aus dem Home-Office bewältigen.

In Arbeitspaket 4, bei dem wir uns mit Gastronomietourismus und regionalen Lebensmitteln beschäftigen, haben wir unser aller Kraft gesammelt und zahlreiche Workshops für Schleswig-Holstein und die Sønderborg Kommune geplant, die sich über zwei ganze Tage erstrecken. Wir haben uns in jeder Hinsicht gewappnet – uns sogar darauf vorbereitet, im Fall der Fälle alles relativ schnell wieder absagen oder abbrechen zu können.

Wir beobachten die Entwicklung sehr genau, hoffen jedoch von ganzem Herzen, dass wir die Workshops durchführen und die Ansteckungsgefahren handhaben können, damit auch alle wieder sicher zu Hause ankommen. Wir haben selbstverständlich alle Vorkehrungen getroffen und freuen uns auf einen hoffentlich sehr ergebnisreichen Herbst, in dem es wieder möglich wird, uns quer über die Grenze persönlich zu treffen. Online-Sitzungen haben sich als eine gute Alternative herausgestellt und wir haben gelernt damit umzugehen. Jedoch ersetzt es auf Dauer niemals ein persönliches Treffen. Wir freuen uns wirklich sehr darauf, uns wieder persönlich zu begegnen.

Carina Woollhead, Guldborgsund Kommune